Mist

Das scheint’s ja nun gewesen zu sein mit den nebelgrauen Tagen. Kann man Ende Februar schon sagen. Die Seele freut‘s. Das fotografische Auge freut’s weniger. Der zähe Winternebel kann schon auf‘s Gemüt drücken, der Auslöser der Kamera wird öfter gedrückt. Fotografisch ist der Nebel nämlich ein echter Gewinn.

 

Ein kurzer Blick auf Wikipedia lehrt die Unterscheidung zwischen einer Unzahl von Nebelarten. Begriffe wie orogafischer Nebel, Mischungsnebel, Strahlungsnebel oder Turbulenznebel schwirren da herum. Beim Fotografieren ist das ziemlich egal. Die Atmosphäre, die Nebel hervorbringen kann, die Weichzeichnung von Licht und Farben, die Mystifizierung von Landschaften – alles das kann der schönste Sonnentag nicht bringen. Nichts gegen Sonne, ganz im Gegenteil. Beim Fotografieren sollte aber  – besonders an langen Tagen, besonders im Sommer – eher der frühe Morgen oder der späte Nachmittag oder Abend genutzt werden. Also wenige Stunden. Bei Nebel steht der ganze Tag zur Verfügung. Das, und der besänftigende, ausgleichende Charakter von Nebel  machen das fotografische Arbeiten viel entspannter, ruhiger. Nur wenn die Sonne durch den Nebel bricht, dann ist schnelles Arbeiten angesagt. Dann entstehen tolle Lichtstimmungen, die sich im Sekundentakt ändern können.  Ist ja kein Zufall, dass Nebel auch in der Literatur von Bedeutung ist.

Warum Nebel im Englischen u.a. mit „mist“ übersetzt wird versteh ich nicht. Beim Fotografieren ist Nebel nämlich absolut kein Mist. Im Gegenteil. Ich freu mich auf die nächsten Nebeltage.

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